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Web 2.0 - Umsetzung

Im Blickpunkt der pädagogischen Nutzung von Internet-Plattformen steht immer mehr die aktive (Mit-)Gestaltung der Inhalte, weg vom Medienkonsument, hin zum Medienproduzent. es folgt eine kurze Konzeptbeschreibung zur interaktiven Lernplattform

Die neuen Web-Techniken werden seit 2004 u.a. mit dem – vom Internet-Pionier und Verleger O’Reilly gefundenen – Begriff „Web 2.0“ beschrieben. Hinter diesem Begriff, der das neue Zeitalter des Internets beschreiben soll, verbergen sich vielfältige Möglichkeiten, die den Weg vom Distributionsmedium zum „Mitmach-Netz“ – häufig auch „social Web“ – eröffnen. Ein weiterer Begriff aus diesem Bereich ist „ubiquitäres Computing“, der die Erreichbarkeit der Informationen und Kontakte zu jeder Zeit an jedem Ort beschreibt, und damit mit Begriffen – auch unglücklichen – wie „lebenslanges Lernen“ korrespondiert.

Für den Einsatz in Schulen spricht, dass die neuen Möglichkeiten von „Web 2.0“ neben den bekannten distributiven Techniken vermehrt auch interaktive und kollaborative Techniken anbieten.

„Web 2.0“ ist keine neue Technologie, sondern ein neuer Umgang mit bekannter Technologie, eine neue Verhaltensweise. Funktionen, die mit diesem Begriff verbunden werden, sind u.a.:

RSS-Feeds
RSS (Really Simple Syndication) ist eine Technik mit deren Hilfe sich häufig
ändernde Websites den User über ihre Änderungen informieren und diesem,
anders als Bookmarks, das zeitaufwendige Suchen nach neuen Inhalten auf
interessanten Seiten ersparen.
Blogs
Als „elektronische Tagebücher“ sind Blogs z.B. dazu geeignet, schulische Projekte
zu begleiten und zu dokumentieren, den Präsenzunterricht elektronisch
fortzuführen, eine Art „elektronische Elternsprechstunde“ darzustellen.
Unterschieden wird bei Blogs zwischen den Rollen „Autor“ und „Kommentator“,
die Rechte sind konfigurierbar: von „offen“ über „moderiert“ bis zu „geschlossene Gesellschaft“.
Wikis
Wikis bieten die Möglichkeit gemeinsamen Schreibens. Sie können ein hevorragendes Werkzeug sein, um Wissen/Informationen gemeinsam zu erarbeiten, auszutauschen und Erlerntes zu dokumentieren. Sie sind einfachst zu bedienende Systeme, mit deren Hilfe – kontrolliert/unkontrolliert – an einem gemeinsamen Thema gearbeitet werden kann. Viele Wikis zeigen, dass die immanente – von den Usern selbst
durchgeführte – Kontrolle sehr effektiv ist. Wikis sind in aller Regel auch durch Moderatoren zu kontrollieren oder lediglich für einen autorisierten Kreis nutzbar zu machen.
Virtuelle Klassenräume/e-learning Plattformen
Diese Werkzeuge bieten hervorragende Möglichkeiten, unabhängig von Ort, Zeit und Einzugsbereich (Schule) Lerninhalte aufzubereiten. Mittlerweile gibt es hervorragende, leicht zu bedienende Plattformen (z.B. Moodle), die multimediale „Kurse“ erlauben, mit eingebundenen Dokumenten, Animationen, Sprachdokumenten, Videoclips, Podcasts, Wikis u.a. Werkzeugen/Formaten.
(Video-)Podcasts
Mittlerweile weitverbreitete Möglichkeit, Informationen in akustischer/visueller
Form zu verbreiten. Sie könnten von Lehrerinnen und Lehrern zur Verteilung von Aufgabenstellungen, Erläuterungen und Ähnlichem genutzt werden. Die Nutzung von Podcasts im Fremdsprachenunterricht ist ebenfalls gut vorstellbar.

Die genannten – und ungenannte – Techniken bieten neue/weitere/andere Möglichkeiten der Gestaltung von Lernumgebungen. Da diese Techniken unabhängig von Ort und Zeit einsetzbar sind, läßt sich mit ihnen – beispielhaft – die schulische Betreuung von Langzeit erkrankten Kindern gut ergänzen.

Das WieS@N-Netz besitzt prinzipiell die technologischen und logistischen Voraussetzungen um alle genannten Funktionen für Wiesbadener Schulen realisieren zu können.

Da alle Funktionen auch durch etablierte Open-Source Projekte realisiert werden können, entstehen zunächst keinerlei Hardware- oder Software-Kosten. Sollten die Dienste zukünftig sehr stark genutzt werden, könnte ein Ausbau der technischen Plattform notwendig sein.

Besonderes Augenmerk sollte darauf gelegt werden, die neuen Möglichkeiten in den Schulen zu verankern und zu verbreiten. Vergleichbar mit der Arbeit der Medienpädgogik könnten begleitete Projekte an einzelnen Schulen sehr hilfreich sein, um die Potentiale der  beschriebenen Techniken für den Unterricht herauszuarbeiten und einzuführen.

Erste Fortbildungsveranstaltungen des Medienzentrums zum Thema „e-learning“ im Jahr 2006 und 2008 waren sehr erfolgreich.